
Im zweiten Halbjahr der 13. Klasse passierte es: ‘ne Buddel Vita Malz kippt auf meinem Schreibtisch um und überflutet u.a. auch den TI 89. Seit diesem Tag waren die Tasten verklebt und nur noch schwer zu drücken. Zudem war das Betätigen der Knöpfe auch ziemlich laut, da man bei jedem Drücken wieder das Klebrige durchdrücken musste. Ziemlich nervig, vor allem bei den letzten Klausuren in Mathe und neuerdings auch im Studium.
Ich hatte schon immer mal vor, dass Teil einfach aufzumachen und die Tasten zu säubern. Heute war es dann soweit. Das Geklackere nervte mich mal wieder so sehr, dass ich kurzerhand den TI aufbohrte. Hier nun der Bericht zum Nachmachen.
1. Aufmachen

Alle sechs Schrauben von der Rückseite lösen und mit Hilfe von einem Messer in die Zwischenräume eindringen, dann das Gehäuse vorsichtig “aufbrechen”. Hier jetzt die nächsten vier Schrauben unter der “Alu-Folie” (kann man problemlos hochziehen) lösen. Zuletzt noch die Schraube vom “Back Up Battery”-Deckel herausdrehen.
Ihr könnt nun die Platine herausheben und getrost beiseite legen. Von Interesse ist nur die untere Schale mit den Tasten.
2. Ab ins Wasserbad

Alle Tasten aus der Schale rausdrücken (fallen fast von alleine heraus) und samt Schale in ein warmes Wasserbad mit Pril legen. Mit Waschlappen & Wattestäbchen die Tastenzwischenräume am Gehäuse ordentlich putzen und auch die Tasten auf eventuell klebrige Rückstände überprüfen. Sieht übrigens ziemlich cool aus im Waschbecken…Buchstaben-Suppe. 
3. Fönen

Nach etwa 20 Minuten sollten dann die Tasten und das Gehäuse gesäubert sein. Da Wasser & Elektronik sich nicht so gut verstehen, müssen nun die ganzen Teile getrocknet werden. Gute Erfahrungen habe ich da mit einem Fön gemacht.
4. Zusammenbau

So, jetzt muss der ganze Krempel wieder zusammengebaut werden. Dazu am besten erstmal das Tastaturlayout auf den Bildschirm holen (irgendwo im Internet suchen), damit die Tasten auch wieder an den richtigen Platz kommen. Ich habe mir zunächst das Layout auf ein Brett gelegt, damit ich die Tasten der Reihe nach wieder ins Gehäuse einsetzen konnte.
Sind alle Tasten wieder im Gehäuse, kommt die Platine wieder drauf und wird festgeschraubt. Back Up-Batteriedeckel und Außengehäuse folgen.
5. Sauber

Das war’s! Batterien einlegen und mit Spannung den Moment erwarten, ob der TI auch wieder aufwacht.
Wie ihr seht, hat bei mir alles geklappt. Das Teil läuft wieder und das Wichtigste: die Tasten lassen sich so unglaublich jungfräulich drücken. Einfach herrlich, kein lautes Knacken mehr beim Tippen und alles wie nach dem ersten Auspacken damals in der neunten Klasse.
Also, tut eurem TI mal was Gutes und werft ihn in ein warmes Wasserbad!
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